Traumberuf Level Designer
Allgemein | geschrieben von Volker Zockstein am 27. Apr 2011 um 14:38 Uhr


Traumberuf Level Designer
In Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! können angehende Spieleentwickler erste Erfahrungen sammeln

Wie ordne ich die Plattformen, über die meine Spielfiguren laufen sollen, möglichst geschickt an? Wo sollen dem Spieler die Gegner auflauern? An welcher Stelle locke ich ihn in eine Fallgrube? In dem kürzlich erschienenen Nintendo DS-Titel Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! müssen sich die Spiele-Fans ähnliche Fragen stellen wie die Spieleentwickler. Denn im Level-Baukasten des witzigen Puzzle-Titels geht es darum, selbst kreativ zu werden: Aus vorgegebenen Elementen gilt es eigene, fantasievolle Levels zu schaffen. Das macht einen Riesenspaß und vermittelt einen ersten Eindruck von einer Tätigkeit, die vielen Kids des Video- und Computerspiel-Zeitalters als Traumberuf gilt: der des Level Designers. In der Tat ein interessanter Job, in dem es nicht nur um die äußere, grafische Gestaltung von Spielen geht.

"Level Designer ist ein spannender und vielseitiger Beruf, in dem sowohl technisches Verständnis als auch Kreativität gefragt sind", sagt Sylvius Lack, Fachbereichsleiter für Game Design an der Games Academy in Berlin, Deutschlands erster Spezialschule für Computer- und Videospielproduktion. "Die Aufgabe des Level Designers besteht vor allem darin, Orte und Räume zu erschaffen in denen sich die einzelnen Elemente eines Spiels sinnvoll zu einem großen Ganzen verbinden." Das rein Visuelle wie das Akustische macht davon nur einen Teil aus. Ebenso wichtig sind die Gestaltung des Gameplays, also der Spielmechanik, eine schlüssige Story, die Aufgaben und Herausforderungen, die der Spieler zu bestehen hat und die Belohnungen, die Anreize zum Weiterspielen schaffen und dafür sorgen, dass der Spaß möglichst lange anhält.

In Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! beispielsweise müssen die Spieler eine Gruppe von Mini-Marios möglichst sicher durch einen Freizeitpark voller Hindernisse schleusen, etwa indem sie ihnen Brücken bauen oder Hindernisse aus dem Weg räumen. Bei der Entwicklung des Gameplays kam es darauf an, Regeln aufzustellen, die das Spiel möglichst abwechslungsreich und interessant machen. Gleichzeitig mussten sie eine innere Logik aufweisen. Ein Beispiel: Als aufziehbare Spielzeugfiguren können die Mini-Marios natürlich nur geradeaus laufen. Aus dieser Logik ergeben sich weitere Fragen: Was passiert, wenn sie gegen ein Hindernis stoßen? Bleiben sie einfach stehen, werden sie von ihren Gegnern gefangen oder wechseln sie die Laufrichtung? Wie der Autor einer guten Fantasy-Geschichte muss also auch der Level Designer eine Welt erschaffen, deren Regeln der Realität mitunter zuwiderlaufen können, die aber in sich schlüssig sein müssen. Wenn z.B. Hexen in einem Spiel vorkommen, muss man klären, ob sie nur auf Besenstielen fliegen können oder womöglich auch auf Staubsaugern.

Ebenso viel Überlegung erfordert die Entwicklung einer Story, die so konsistent sein muss, dass der Spieler leicht und gerne hineinfindet und sich möglichst lange von ihr fesseln lässt. Wie erzeugt man Spannung, wie steigert man sie und wie erhält man sie aufrecht? Soll Schurke Donkey Kong, der in Mario vs. Donkey Kong Marios Freundin Pauline entführt hat, erst ganz zum Schluss als Endgegner auftauchen? Oder darf er die Spieler schon vorher herausfordern? In diesem konkreten Fall haben sich die Level Designer für Letzteres entschieden.

Woran Level Designer außerdem denken müssen: an Quests, kleine Zusatzaufgaben die den Spieler zwischendurch immer wieder herausfordern sowie an Belohnungen, etwa in Form von Bonus-Spielen, Video-Sequenzen oder Energiespenden für seine Spielfigur. Dabei kommt es auf die richtige Dosierung an. Zu leicht errungene Belohnungen können den Reiz eines Spiels ebenso leicht zunichte machen wie allzu schwierige Aufgaben. In den Augen von Spiele-Entwicklern sind Frustration und Langeweile die zwei größten Todsünden.

"In unserem Beruf kommen eher rational veranlagte Designer ebenso zum Zuge wie die intuitiv-künstlerischen", sagt Sylvius Lack. "Die einen eignen sich besonders gut dafür, die logische Struktur eines Spiels zu erarbeiten, die anderen sorgen dafür, dass es auch ästhetisch überzeugt, durch ansprechende Grafiken und Sounds. Perfekt ist es natürlich, wenn jemand die Fähigkeiten für beides mitbringt. Qualifizierte Level Designer werden auf allen Bereichen des Game Development benötigt."

Auf jeden Fall ist Level Designer ein Beruf mit Zukunft. Denn die Video- und Computerspiel-Branche ist ein Wachstumsmarkt, und allmählich wächst auch hierzulande die Einsicht, dass interaktive elektronische Unterhaltung ebenso zur Gegenwartskultur gehört wie Literatur, Film und Comic. Eine Institution, die sich seit über 10 Jahren dafür einsetzt, dass Deutschland in diesem wichtigen Unterhaltungssektor nicht den Anschluss verliert, ist die Games Academy mit Sitz in Berlin und Frankfurt am Main. Die Ergänzungsschule in privater Trägerschaft startet jährlich zwei Ausbildungsgänge. Renommierte Spieleentwickler vermitteln den Studierenden die Grundlagen des Game Designs und helfen ihnen auch bei der Vernetzung in der noch jungen Branche.

"In Sachen Nachwuchsförderung gibt es in der deutschen Videospielbranche noch einiges zu tun", sagt Sylvius Lack. "Ein Titel wie Mario vs. Donkey Kong, der die Spielentwicklung zum Spielprinzip macht, kommt da gerade recht."

Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!
Entwickler: NST
Verlag: Nintendo
Platformen: Nintendo DS
URL: Webseite


Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!
Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!
Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!


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